Nancy Ceynowa holt sensationell Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften

Die ursprünglich im Frühjahr geplanten Deutschen Jugendmeisterschaften im Gerätturnen weiblich wurden am Wochenende 28./29. November in Esslingen ausgetragen. Dem Ausrichter TSV Berkheim gelang es, den Wettkampf unter einem strengen Hygienekonzept stattfinden zu lassen. Für die Titelkämpfe auf Bundesebene waren ausschließlich Bundes- und Landeskaderathletinnen zugelassen, die zusätzlich eine erforderliche Qualifikationsnorm im Vierkampf erreicht haben mussten. Diese große Hürde zur Teilnahme hatte Nancy Ceynowa als Landeskaderathletin der TSV Heusenstamm mit Bravour im Rahmen eines Wettkampfes in der 3. Bundesliga Ende 2019 gemeistert und ging somit als einzige hessische Turnerin in der Altersklasse 15 an den Start.

Die Nervosität unmittelbar vor dem Wettkampf war natürlich groß, da seit März keinerlei Wettkämpfe mehr ausgetragen wurden und zudem durch den Lockdown von März bis Mai und erst kürzlich Anfang November zwei Trainingspausen eingelegt werden mussten, die Trainingsrückstände verursacht hatten. Nancy startete ihren Wettkampf als erste Turnerin am Stufenbarren. Im Vorfeld wurde die Entscheidung gefällt, eine sichere Übung zu präsentieren und auf das zweite Flugelement (Pak-Salto) sowie die ganze Drehung im Handstand zu verzichten, da die Elemente aufgrund des Corona-Trainingsrückstandes noch nicht wieder komplett wettkampfreif waren. Die Einbußen im Schwierigkeitswert nahmen Nancy und ihr Trainer Dan Burinca hierbei zu Gunsten der Sicherheit in Kauf. Nancy startete ihre Übung mit Felgvariationen in den Handstand am unteren Holm, setzte sie mit einem wunderschön ausgetragenen Konterflug vom unteren zum oberen Holm und Riesenfelgen in Rist- und Kammgriff fort und beschloss sie mit einem stabilen Doppelsalto gebückt als Abgang. Kleinere Unsicherheiten beim Griffwechsel verhinderten eine höhere Wertung. Der Trainer zeigte sich jedoch mit der Leistung seines Schützlings sichtlich zufrieden.

Als nächstes stand der nur 10 cm breite Schwebebalken auf dem Programm. Ihre Trainerin Camelia Neagu, die leider aufgrund der Personenbeschränkung in der Halle nicht dabei sein konnte, fieberte an diesem Gerät natürlich aus der Ferne besonders mit. An diesem Tag schien Nancy mit dem Schwebebalken eins zu sein und präsentierte ihre mit Schwierigkeiten gespickte Übung sehr sicher ohne Sturz oder größere Unsicherheiten. Die akrobatische Serie Menicelli – Spreizsalto, das freie Rad, der Seitwärtssalto, die Sprungverbindung und auch ihr Strecksalto vorwärts mit ganzer Drehung als Abgang, gelangen ihr nahezu optimal und die Freude über diesen Auftritt war natürlich bei Trainer und Turnerin groß.

Zu Halbzeit wechselte Nancy mit Ihrem Trainer Dan Burinca zum Boden. Trotz der suboptimalen Vorbereitung fühlte sich Nancy so sicher an diesem Tag, dass sie auf die zusätzliche Landematte verzichten wollte. Dieses Selbstbewusstsein brachte sie dann auch im Wettkampf auf die 12x12m Fläche. Sie zeigte sehr schön hoch und sauber ausgeführte Doppelsalti gebückt und gehockt in den ersten beiden Akroserien, einen stabilen Überschlag Strecksalto vorwärts mit ganzer Schraube sowie in der Abschlussbahn die neu erlernte 2 ½ Schraube rückwärts. Kleinere Fehler bei den gymnastischen Übergängen schlichen sich zwar ein, vor dem Hintergrund, der nicht optimalen Vorbereitung ist ihre Leistung an diesem Gerät aber als absolut bewundernswert einzustufen. Akrobatisch zeigte sie eine der schwierigsten und saubersten Darbietungen des gesamten Teilnehmerfeldes. Um am Boden noch ein paar Zehntel mehr in der Bewertung zu erhalten und somit näher an die Podestplätze heranzukommen, fehlte es ihr noch an Stabilität in der Ausführung der gymnastischen Elemente.

In der Schlussrotation zeigte Nancy mit ihrem Yurchenko gestreckt am Sprungtisch eine gewohnt sichere Leistung im Rahmen ihres Vierkampfes. Kurzfristig hatten sich Nancy und Dan überlegt mit dem Tsukahara gestreckt einen zweiten Sprung für das Gerätefinale zu präsentieren. Dieser gelang ihr ordentlich, wurde jedoch vom Kampfgericht leider im Schwierigkeitswert abgewertet, weshalb am Ende ein paar Zehntel fehlten, um in die Medaillenränge am Gerät Sprung einzugreifen.

Im Vierkampf stand für Nancy im nationalen Vergleich der Altersklasse 15 schlussendlich ein grandioser 6. Platz im Mehrkampf zu Buche. Getoppt wurde dies noch von einem Finalergebnis am Einzelgerät Schwebebalken. Die Ergebnisse wurden wegen der Hygieneauflagen aus dem Vierkampf herausgezogen und nicht wie unter Normalbedingungen im Rahmen von Finalwettkämpfen extra ausgeturnt. Nach ihrem sehr sicheren Auftritt am Schwebebalken war die Freude riesengroß, dass sich Nancy mit dieser Leistung auf Rang 3 in Deutschland geturnt hatte und somit verdient im Rahmen der Siegerehrung die Bronzemedaille in Empfang nehmen durfte. Eine sensationelle Leistung, auf die sowohl Nancy als auch das Trainerteam sehr stolz sein können und auf welcher es aufzubauen gilt für die Zukunft!

Gratulation an Nancy Ceynowa, ihre Trainer Dan Burinca und Camelia Neagu zu diesem tollen Erfolg!

Online-Training

Was nun? Wir sind umgestiegen, auf „Online-Training“. Je nach Alter geht es jetzt vor dem PC weiter. Zwischen 30 Minuten bei den Jüngsten und 1 ½ Stunden bei den Älteren, die sich täglich vor dem Bildschirm treffen und fleißig weiter trainieren, mit dem Ziel, hoffentlich bald wieder gemeinsam in der Turnhalle stehen zu können.

Und was sagen die Turnerinnen: „ Super!“, „Viel besser als alleine zu trainieren!“, „Jeden Tag alleine sich zu motivieren ist so schwer!“, „Ich freue mich mein Gruppe wenigstens am Bildschirm zu sehen!“ und einige treffen sich oft online nach dem Training, haben so eine Menge Spaß und spielen Spiele in den Videokonferenzen oder quatschen einfach nur …. denn gemeinsam überstehen wir die Zeit besser!

Training einstellen ist keine Option

Keiner hat damit gerechnet… alle Hallen wurden geschlossen. Zwischen 2x und 6x in der Woche trainieren unser Turnerinnen in der Kunstturnhalle Martinsee. Lange Pausen sind schwierig und gibt es im Leistungssport nicht wirklich. So hieß es schnell „umdenken“ und „andere Wege gehen“, um möglichst viel Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu erhalten.

Deswegen haben unsere Trainer Dan und Camelia „Trainingspläne“ erstellt, individuell angepasst für jede Gruppe. Für die Jüngeren sind sogar extra Videos aufgenommen worden, damit sie daheim direkt vor dem Fernseher üben können. 2 Wochen trainierten die Turnerinnen fleißig, möglichst täglich zu Hause, in der Hoffnung, dass der Spuk bald ein Ende hat.

Es kam anders, für uns alle. Es ging nicht einfach nach kurzer Zeit vorbei. Und es war klar: Wir bleiben zu Hause! Gesundheit ist das höchste Gut, das wir haben.

Qualifikation zu den Deutschen Jugendmeisterschaften

In diesem Jahr ging es sehr früh mit den ersten Wettkämpfen los.

Bereits Mitte Februar stand eine Qualifikationswettkampf für die Deutschen Jugendmeisterschaften an. Nadine Christof startete das erste Mal im Kürbereich der Altersklasse 12 und belegte eine tollen 2. Platz.

Nancy Ceynowa startete in der AK 15 und turnte ebenfalls einen guten Wettkampf und belegte den 3. Platz.

Gemeinsam fuhren die beiden zum bundesoffenen Wettkampf nach Essen. Hier mussten sie sich mit vielen guten Turnerinnen aus Deutschland messen und sogar aus dem Ausland waren einige Athleten anwesend. Die Aufregung war groß und Nadine schaffte es auf Rang 24.

Nancy nutzte den Wettkampf, um ein paar neue Übungsteile für die Deutschen Jugendmeisterschaften auszuprobieren. Sie hatte sich bereits Ende 2019 ihre Punkte in der Bundesliga erturnt und sich damit die Teilnahme gesichert.

Am Stufenbarren konnte sie die Übung mit einem Pak-Salto durchturnen und auf der Bodenfläche zeigte sie gleich zwei Doppelsalto rückwärts. Auch wenn noch nicht alles ganz optimal lief, zeigte sie einen tollen Wettkampf. Am Ende stand sie auf den 8. Platz in der Gesamtwertung.

Am Sprung erturnte sich Nancy die Höchstpunktzahl mit 12,95 Punkte vor der Konkurrenz aus Deutschland.

Qualifikationswettkampf Deutschland-Cup

Am 23.02.2020 eröffneten Tabea Hock, Elina Maria Schäfer, Emelie Hornak und Mira-Lina Seidel die diesjährige Wettkampf Saison bei der Qualifikation zum Deutschland-Cup.

Tabea und Elina zeigten starke Übungen mit schwierigen Elementen wie Strecksalto mit ganzer Schraube / halber Schraube am Boden, Rad-Rondat Verbindung und Auerbach gehockt am Balken und freuten sich am Ende verdient über Platz 3 auf dem Treppchen. Damit verpassten beide nur knapp die Qualifikation.

Auch Emelie und Mira-Lina zeigten schöne Übungen mit neu erlernten Teilen. Mira-Lina konnte erstmal im Wettkampf die Riesenfelge am Barren zeigen und Emelie den Konter. Am Boden zeigte Mira-Lina ebenfalls erstmals die halbe Schraube und Emelie die Verbindung Salto vorwärts-Rondat-Salto rückwärts. Am Ende mussten beide allerdings ein paar Fehler in Kauf nehmen, können aber trotzdem stolz auf Ihre gezeigten Leistungen sein.

Schöner Ausklang zum Jahresende

Gemeinsam nochmal ein paar Stunden zusammen verbringen, bevor es in die wohlverdienten Ferien geht. Das haben wir zum Abschluss nochmals gemacht.

Erst in der Turnhalle ein paar lustige Spiele, dann die lange erwartete Wichtelrunde in alle Gruppen. Zum Abschluss ging es gemeinsam zum Abendessen in die Gaststätte nebenan. Zeit für die Turnerinnen zum Malen, Basteln oder auch Spiele spielen und die Eltern für ein paar nette Gespräche.

Zum Abschluss gab es noch eine große Dankeschön-Runde mit Weihnachtsgeschenken an alle Trainer, Kampfrichter und Organisatoren, die im letzten Jahr einen riesigen Einsatz gezeigt haben.

Aber auch von unserer Seite gilt es ein großes Dankeschön zu sagen an alle Turnerinnen, die so fleißig trainiert und mit denen wir einen Menge Freude in der Halle haben. Und auch den Eltern, die ihre Kinder und auch uns so tatkräftig unterstützen.

Wir wünschen alle Familien ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Erfolgreicher Jahres-Abschluss beim Niederrhein Cup 2019

Am 16. + 17.11.2019 fand in Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen, der diesjährige Niederrhein- Cup und damit letzte Wettkampf in diesem Jahr statt. Unter der großen Teilnehmerzahl starteten auch die Turnerinnen der TSV Heusenstamm.

Am Samstagmorgen starteten die ältesten Turnerinnen Manya Faber (AK16) und Tabea Hock (AK 14) in der Leistungsklasse 1. Tabea überzeugte vor allem am Boden mit ihrer fehlerfreien Übung und erzielte mit 13,75 Punkten die höchste Wertung in Ihrem Wettkampf. Manya punktete bei den Kampfrichtern besonders am Sprung mit Ihrem Tsukahara gehockt. Am Ende durfte sich Tabea über die Bronzemedaille und Platz 3 im Mehrkampf, sowie den Einzug in alle vier Gerätefinals am Folgetag freuen. Manya erreichte einen sehr guten 7. Platz und freute sich ebenfalls über den Einzug ins Boden- und Sprungfinale.

Im 2. Durchgang starteten Mira-Lina Seidel (AK 11) und Greta Schöndorf (AK9) in der Leistungsklasse 2. Beide turnten einen sehr guten Wettkampf an allen Geräten. Mira-Lina freute sich besonders mit 12,25 Punkten über das zweithöchste Ergebnis am Sprung und erreichte am Ende den 7. Platz im Mehrkampf und ebenfalls die Qualifikation für alle Gerätefinals. Greta turnte aufgrund Ihres jungen Alters außer Konkurrenz. Besonders hervorzuheben ist daher der beachtliche 5. Platz im Mehrkampf, den sie erreicht hatte.

Im 3. und letzten Durchgang am Samstag turnte dann die Altersklasse 12-13 in der Leistungsklasse 2. Hier startete die größte Anzahl von Turnerinnen mit 46 Teilnehmerinnen. Für die TSV Heusenstamm waren dies Josephine Bureik, Lena Haisch, Emelie Hornak, Amy Riebel und Elina Schäfer. Leider mussten die Mädels am Balken einige Stürze in Kauf nehmen, lediglich Elina schaffte eine fehlerfreie Übung an diesem Gerät und erturnte mit 12,25 Punkten die dritthöchste Wertung. Lena (13,10 Punkte), Emelie (12,95 Punkte) und Josephine (13,15 Punkte) präsentierten Ihre Bodenübungen gewohnt ausdrucksstark und fehlerfrei. Amy glänzte am Sprung mit 12,50 Punkte mit einem ½ – ½ Überschlag. Am Ende des Tages durfte sich besonders Elina mit ihrem fehlerfreien Wettkampf über die Silbermedaille und die Qualifikation im Sprung- und Balkenfinale freuen. Josephine erreichte Platz 6. und die Qualifikation für das Barren- und Bodenfinale. Emelie sicherte sich einen sehr guten 15. Platz im Mehrkampf unter der großen Teilnehmerzahl und Lena rutschte als Startplatz Nr. 8 ins Bodenfinale am Folgetag.

Am Sonntag war dann die Aufregung umso größer, da sich die Turnerinnen einen der begehrten Pokale sichern wollten. Elina konnte leider aufgrund einer Migräne nicht an den Start gehen und musste das Finale absagen. Manya wiederholte Ihre Übungen vom Vortag fehlerfrei und sicherte sich Platz 6 im Sprung und Bodenfinale. Lena und Josephine glänzten ebenfalls wiederholt am Boden und landeten am Ende auf Platz 6 und 7 in ihrem sehr starken Teilnehmerfeld. Mira-Lina turnte sich am Sprung und Barren nur ganz knapp am Treppchen vorbei und erzielte mit 0,10 Punkten Rückstand Platz 4. Und Tabea setzte Ihre Siegesserie fort und sicherte sich 3 von 4 Pokalen. Am Sprung zeigte sie einen sehr guten Tsukahara gehockt sowie am Balken eine selbstsichere Übung ohne Sturz und erreichte damit in beiden Finals Platz 3. Am Boden glänzte sie wie am Vortag mit Ihren schweren Akro-Serien wie Rondat-Flick-Flack-Strecksalto mit ganzer Schraube und durfte sich verdient über Platz 1 freuen.

Top! Wir sind stolz auf eure Entwicklungen und Leistungen in diesem Jahr!

Tabea Hock mit ihrer Gold-Bodenübung