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Talentsuche - Talentförderung


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Talentsuche - Talentförderung


Der Vorstand der TSV Heusenstamm hat die Initiative seines Leistungsbereiches Kunstturnen begrüßt und unterstützt, im Zusammenwirken mit Grund- und weiterführenden Schulen in Heusenstamm und im Heustammer Umfeld mit Talentaufbau- und Talentfördergruppen im Gerät- und Kunstturnen die Ziele des Hessischen Landesprogramms Talentsuche-Talentförderung zu realisieren. Dieses auch vom Hessischen Turnverband unterstützte Projekt hat in Heusenstamm Pilotcharakter für die Zusammenarbeit von Schulen und Verein für das leistungsbezogene Nachwuchsturnen auch und gerade für zukunftsorientierte Ganztagsschulen. Die TSV Heusenstamm hofft, dass dieses Projekt unseren Kindern weitere Möglichkeiten eröffnet, ihr Engagement im Sport und ihre Leistungsbereitschaft ausleben zu können.

Wir drucken Ihnen deshalb nachfolgend aus dem Landesprogramm Talentsuche-Talentförderung die Grundsätze des Programms und den dafür definierten Talentbegriff für die Talentaufbaugruppen und die Talentfördergruppen zu Ihrer Information ab.

1. Grundsätze

Das Landesprogramm „Talentsuche – Talentförderung“ ist ein Kooperationsprogramm des Hessischen Kultusministeriums und des Landessportbundes Hessen mit seinen Landesfachverbänden.

Es soll dazu beitragen, in Zusammenarbeit von Schulen und Sportverbänden/Sportvereinen den Einstieg in leistungssportliches Training für Kinder und Jugendliche human und pädagogisch verantwortungsbewusst zu gestalten. Dies erfordert eine behutsame Hinführung sportlich talentierter und interessierter Kinder und Jugendlicher zum Leistungssport durch kindgerechte und entwicklungsgemäße Trainings- und Wettkampfgestaltung.

2. Talentbegriff

Die Überlegungen zur Neustrukturierung der Talentförderung in Hessen orientieren sich an folgendem Talentbegriff:

„Talent besitzt oder ein Talent ist, wer auf der Grundlage von Dispositionen, Leistungsbereitschaft und gesellschaftlichen Rahmenvoraussetzungen über dem AItersdurchschnitt liegende entwicklungsfähige Leistungsresultate erzielt.

Grundlage hierfür ist ein Talententwicklungsprozess. Talententwicklung versteht sich als ein aktiver, pädagogisch begleiteter Veränderungsprozess, der intentional durch Training gesteuert wird und das Fundament für ein später zu erreichendes hohes (sportliches) Leistungsniveau bildet.” (JOCH 1992, 90)


Im ersten Teil dieser Talentdefinition wird ein Zustand beschrieben, also die eher statische Komponente des Talentbegriffs hervorgehoben. Danach müssen für ein sportliches Talent vier Bedingungsfelder möglichst optimal ausgeprägt sein:

1. Dispositionen – besondere Begabungs- oderLeistungsanlagen, die das Können
betonen,
2. Bereitschaft – Antriebe und Willenseigenschaften sowie Interessen und Motive, die das Wollen hervorheben,
3. soziales Umfeld, das die Entfaltungsmöglichkeiten bestimmt,
4. Resultate, die das erreichte (Leistungs-) Ergebnis dokumentieren.

Im zweiten Teil der Definition wird der Talentbegriff erweitert.

Der Begriff Talententwicklung zielt auf ein dynamisches Talentverständnis. Kinder und Jugendliche befinden sich in einem Entwicklungsprozess. Ihre Leistungsbereitschaft beginnt sich durch die Orientierung auf das Betätigungsfeld Sport erst zu strukturieren. Durch neue Anforderungen, mit denen eine Ausdifferenzierung der Antriebe und eine ständige Aktualisierung der Interessen- und Motivlage verbunden sind, ergeben sich immer neue Möglichkeiten, die Persönlichkeit positiv weiter zu entwickeln. Somit strukturiert sich das Talent erst im Verlauf eines aktiven und zielgerichteten Prozesses, wobei dieser Prozess als ein die ganze Persönlichkeit einbeziehender Veränderungsvorgang zu verstehen ist.

Die hessischen Talentsuche- und Talentfördermaßnahmen sind deshalb durch drei zentrale Aspekte geprägt:

- Den engen Zusammenhängen zwischen Talentthematik und motorischer Entwicklung wird durch das zugrunde gelegte Konzept Rechnung getragen. Dabei ist berücksichtigt, dass der Veränderungsprozess, den die Kinder und Jugendlichen vollziehen, kein linearer Prozess ist, sondern durch unterschiedliche Entwicklungstempi (Progression, Retardation, Stagnation) geprägt ist.

- Talententwicklung wird intentional durch Training gesteuert, d.h., es handelt sich um einen zielorientierten, auf sportliche Leistungsprogression ausgerichteten Vorgang und ist damit weit mehr als die bloße Entfaltung vorhandener Anlagen. Ein solcher Talententwicklungsprozess ist somit ein sehr komplexer Vorgang. Es ist deshalb grundsätzlich sinnvoll, eine Eignung jeweils nur bezogen auf die nächste Trainingsetappe auszusprechen.

- Trainingskonzepte müssen sich demnach an folgenden Prinzipien orientieren (vgl. JOCH 1992, 88):

1. Ganzheitlichkeit,
2. Allmählichkeit,
3. Langfristigkeit,
4. Systematik und
5. zunehmende Spezialisierung.

„Talentförderung ist keine pädagogische Veranstaltung, aber sie bedarf der pädagogischen Begleitung.“ (JOCH 1992, 89)

Vor diesem Hintergrund kann Talentförderung immer nur individuelle Förderung des einzelnen sportlich begabten Kindes sein.


Weitere Informationen zum
Landesprogramm Talentsuche-Talentförderung
(bitte anklicken):
Struktur des Landesprogramms Talentsuche-Talentförderung (Grafik) [20 KB]

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